Der Satzbau mit den wichtigsten Modalverben
Nach einem zentralen Modalverb steht die Grundform ohne to: can help, should wait, might arrive. Mit he, she oder it erhält das Modalverb kein -s: She can drive. In Fragen steht es vor dem Subjekt, in Verneinungen folgt not darauf. Do, does und did brauchst du hier nicht.
Im Standardenglischen folgen zwei zentrale Modalverben nicht direkt aufeinander. Verbinde Zukunft und Fähigkeit mit einer Ersatzform: will be able to, nicht will can. Have to und be able to haben modalverbähnliche Bedeutungen, werden aber anders gebeugt. Auch ought to hat modale Bedeutung, behält jedoch to und folgt nicht vollständig dem Grundmuster.
| Aufgabe | Satzbau | Beispiel und Übersetzung |
|---|---|---|
| Aussage | Subjekt + Modalverb + Verb | They may join us. — Vielleicht schließen sie sich uns an. |
| Verneinung | Subjekt + Modalverb + not + Verb | She should not hurry. — Sie sollte sich nicht beeilen. |
| Frage | Modalverb + Subjekt + Verb? | Could you repeat that? — Könntest du das wiederholen? |
Fähigkeit und Möglichkeit: can, could, be able to
Can bezeichnet eine gegenwärtige Fähigkeit oder Möglichkeit: tippen können, eine Tür öffnen können oder einen Termin verschieben. Could beschreibt oft eine allgemeine Fähigkeit in der Vergangenheit, ist aber nicht nur die „Vergangenheit von can“: Es dient auch höflichen Bitten, Annahmen und gedachten Situationen.
Für eine einzelne erfolgreiche Handlung in der Vergangenheit steht normalerweise was/were able to oder managed to. Bei Wahrnehmung und Verstehen ist could natürlich; could not kann ein einzelnes Misslingen beschreiben. Be able to hat Formen, die can fehlen: has been able to, will be able to. Wähle nach Zeit und Bedeutung, ohne can hinter ein anderes Modalverb zu setzen.
- I could read simple maps when I was nine.
- Mit neun konnte ich einfache Karten lesen.Allgemeine Fähigkeit in der Vergangenheit.
- The lock was stiff, but we managed to open it.
- Das Schloss klemmte, aber wir konnten es öffnen.Erfolgreiche Handlung in einer bestimmten Situation.
- After the update, you will be able to export the file.
- Nach dem Update wirst du die Datei exportieren können.
Erlaubnis, Bitten und Hilfsangebote
Mit Can I...? fragt man gewöhnlich um Erlaubnis. Could I...? ist zurückhaltender, May I...? förmlicher. Erlaubnis erteilt man normalerweise mit can oder may, nicht could: Yes, you can use this chair. Could in der Frage versetzt die Erlaubnis nicht in die Vergangenheit.
Can you...? und Could you...? können zu einer Handlung auffordern. Höflichkeit hängt auch von please, Betonung und Situation ab. Would you like...? bietet etwas an; Would you mind + -ing...? fragt, ob eine Handlung stören würde. Beachte die Antwort bei mind: No, not at all bedeutet, dass es keinen Einwand gibt.
- Could I leave my bag here for a minute?
- Darf ich meine Tasche eine Minute hier lassen?
- Could you move the lamp a little closer, please?
- Könntest du die Lampe etwas näher heranrücken?
- Would you like me to carry this box?
- Soll ich diese Kiste tragen?
Verpflichtung und Rat: must, have to, should
Must drückt starke Notwendigkeit, Vorschrift oder Regel aus. Have to nennt oft eine durch Umstände bedingte Notwendigkeit. „Innere/äußere“ Verpflichtung ist eine Orientierung, keine starre Grenze: must steht auch in Vorschriften; die Wahl kann vom gewünschten Ton abhängen.
Have to folgt nicht dem Muster zentraler Modalverben: he has to, they had to, does she have to? Vergangene Verpflichtung steht normalerweise mit had to, zukünftige Notwendigkeit mit will have to. Must kann sich auf die Zukunft beziehen, hat aber keine gewöhnliche eigene Vergangenheitsform. Should gibt meist einen Rat, keine verbindliche Bedingung.
- Visitors must keep this door clear.
- Besucher müssen diese Tür freihalten.Must kann eine offizielle Regel ausdrücken.
- We had to change trains in the capital.
- Wir mussten in der Hauptstadt umsteigen.
- You should save a copy before editing.
- Du solltest vor dem Bearbeiten eine Kopie speichern.
Verbot und fehlende Notwendigkeit
Must not, oft zu mustn’t verkürzt, bedeutet Verbot. Don’t have to und needn’t drücken fehlende Verpflichtung aus: Die Handlung ist möglich, aber nicht nötig. Verneintes have to bedeutet also etwas anderes als verneintes must. „Du musst es nicht schicken“ heißt nicht „Du darfst es nicht schicken“.
Can’t kann Unmöglichkeit, Unfähigkeit oder Verbot bedeuten. May not kann fehlende Erlaubnis oder die Möglichkeit des Nichteintretens ausdrücken. Verstehe die Verneinung aus dem ganzen Satz. In neutralen schriftlichen Texten vermeiden Zusammenhang oder Zusatz Mehrdeutigkeit.
| Satz | Übersetzung | Was erlaubt ist |
|---|---|---|
| You must not share this password. | Du darfst dieses Passwort nicht weitergeben. | Die Weitergabe ist verboten. |
| You do not have to print the form. | Du musst das Formular nicht ausdrucken. | Du darfst es ausdrucken, es ist aber nicht verpflichtend. |
| You cannot open this file without a password. | Du kannst diese Datei ohne Passwort nicht öffnen. | Der Satz beschreibt eine technische Grenze. |
Vermutungen und starke Schlussfolgerungen
May, might und could stellen eine Möglichkeit dar. Must kann eine starke Schlussfolgerung aus Hinweisen ausdrücken, can’t eine ebenso sicher erschlossene Unmöglichkeit. The shop must be closed verpflichtet das Geschäft nicht zu schließen: Die Person zieht einen Schluss. Diese Wörter entsprechen keinen genauen Prozentwerten.
Vergangenes beurteilst du mit Modalverb + have + Partizip Perfekt: might have missed, must have left. Das ist nicht had to. She must have left heißt als Schlussfolgerung „Sie muss gegangen sein“, She had to leave als Notwendigkeit „Sie musste gehen“. Should have done drückt oft nachträglichen Rat oder eine Erwartung aus; der Zusammenhang klärt, ob die Handlung stattfand.
- The lights are off. They might be asleep.
- Das Licht ist aus. Vielleicht schlafen sie.Der Hinweis lässt mehrere Erklärungen zu.
- This cannot be our parcel: the name is different.
- Das kann nicht unser Paket sein: Der Name ist anders.
- He must have taken the earlier train; he is already here.
- Er muss den früheren Zug genommen haben: Er ist schon hier.
Ähnliche Formen wählen und Fehler korrigieren
Bestimme zuerst die Funktion: Fähigkeit, Bitte, Rat, Verpflichtung oder Schlussfolgerung. Prüfe den Zeitpunkt und bilde dann die Form. Ersetze in She should goes goes durch go, Does she can...? durch Can she...? In She has to go steht -s bei has; go bleibt unverändert.
Mehrere Formen können mit unterschiedlichen Bedeutungen richtig sein: You could ask zeigt eine Möglichkeit, You should ask einen Rat, You must ask eine Verpflichtung. Suche nicht nach dem „stärksten“ Verb, sondern beachte den Handlungsspielraum deines Gegenübers und die Sicherheit deiner Schlussfolgerung.
Form und Bedeutung prüfen
Diese Fragen prüfen einzelne Unterschiede, bilden aber nicht das vollständige Kurstraining ab. Das Ergebnis dieser kurzen öffentlichen Übung wird nicht gespeichert.