Wie liest du englische Lautschrift?
Die Lautschrift stellt die Aussprache mit eigenen Zeichen dar. Sie bezeichnen die Laute; weitere Zeichen geben die Betonung und die Länge der Vokale an. Wenn du diese Hinweise kennst, kannst du die Aussprache eines neuen Wortes erschließen und sie mit dem Audio überprüfen.
Die englische Phonetik erklärt, wie Sprachlaute gebildet werden und wie Betonung, Rhythmus und Intonation funktionieren. Buchstaben und Laute entsprechen einander nicht immer: Ein Buchstabe kann für mehrere Laute stehen, und derselbe Laut kann mit unterschiedlichen Buchstaben geschrieben werden.
A steht zum Beispiel für [æ] in cat und für [eɪ] in name. Den Laut [f] schreibt man in fish mit F und in phone mit PH.
- Im Alphabet
- 26 Buchstaben
- Im Lernmodell
- 44 Laute
- Zwei Hauptgruppen
- Vokale und Konsonanten
Die wichtigsten Zeichen der Lautschrift
- [ ]
- Auf dieser Seite steht die Lautschrift in eckigen Klammern. Wörterbücher verwenden für die phonemische Umschrift oft Schrägstriche: /kæt/. Die Zeichen stellen die Aussprache dar, nicht die Schreibweise des Wortes.
- ˈ
- Das Zeichen steht vor der betonten Silbe: In about [əˈbaʊt] liegt die Betonung auf der zweiten Silbe. Das ähnliche, tiefer gesetzte Zeichen [ˌ] kennzeichnet eine schwächere Nebenbetonung.
- ː
- Das Zeichen nach einem Vokal gibt seine Länge an: see [siː]. Die Dauer hängt auch von den benachbarten Lauten ab. Vergleiche deshalb sowohl die Länge als auch die Klangqualität der Vokale.
Die Tabelle folgt einem Lernmodell der britischen Aussprache: 20 Vokale, davon 8 Diphthonge, und 24 Konsonanten. Die 44 Laute gelten für dieses Modell, nicht für alle Akzente. Die Audios geben die amerikanische Aussprache der ganzen Wörter wieder. Stehen zwei Umschriften durch / getrennt nebeneinander, ist die erste britisch und die zweite amerikanisch. In der britischen Umschrift bedeutet (r), dass [r] in der Regel vor einem folgenden Vokal ausgesprochen wird, nicht aber, wenn das Wort allein steht.
Die englischen Vokale
Bei einem Vokal strömt die Luft ungehindert durch den Mund. Der Klang hängt von der Stellung der Zunge und der Lippen ab. Hier stehen die einfachen Vokale, auch Monophthonge genannt: Anders als bei Diphthongen gibt es keinen deutlichen Übergang zwischen zwei Vokalqualitäten. [ɪ] in sit und [iː] in see unterscheiden sich zum Beispiel nicht nur in der Dauer, sondern auch in der Zungenstellung: Bei [iː] liegt die Zunge höher.
Die englischen Diphthonge
Auch ein Diphthong ist ein Vokal. Seine Klangqualität verändert sich gleitend innerhalb einer Silbe, wie [aɪ] in time. Zwischen den beiden Teilen liegt keine Pause: Teile sie nicht auf zwei Silben auf. Die britischen Diphthonge [ɪə], [eə] und [ʊə] in near, hair und tour entsprechen im amerikanischen Englisch meist einem Vokal mit anschließendem [r]. In diesen amerikanischen Varianten sind [ɪr], [er] und [ʊr] keine Diphthonge. Tour hat auch die britische Aussprache [tɔː(r)].
Die englischen Konsonanten
Bei einem Konsonanten wird der Luftstrom unterbrochen oder eingeengt. Für [p] schließen und öffnen sich zum Beispiel die Lippen; bei [f] strömt die Luft zwischen den oberen Zähnen und der Unterlippe hindurch. Bei stimmhaften Konsonanten schwingen die Stimmbänder, bei stimmlosen nicht. [tʃ] und [dʒ] bezeichnen jeweils einen einzigen Konsonantenlaut, obwohl sie mit zwei Zeichen geschrieben werden. In house ist [h] ein hörbarer Hauchlaut, wie das h am Anfang vieler deutscher Wörter; es ist kein stummes Dehnungszeichen.
Wie bildest du schwierige englische Laute?
Achte bei einem neuen Laut auf die Stellung von Zunge und Lippen. Sprich ihn zunächst einzeln, dann in einem kurzen Wort: erst langsam, danach im normalen Tempo. Wiederhole bekannte Laute und widme den neuen mehr Aufmerksamkeit.
- [θ] und [ð]Die Zungenspitze an den Zähnen
- Lege die Zungenspitze leicht zwischen die Zähne, ohne sie einzuklemmen, und lasse die Luft durch den schmalen Spalt strömen. Bei [θ] in think schwingen die Stimmbänder nicht. Bei [ð] in this kommt die Stimme hinzu: Die Stimmbänder sollen schwingen. Diese Laute gibt es im Standarddeutschen nicht; ersetze sie nicht durch [s] und [z].
- [w] und [v]Zwei unterschiedliche Lippenstellungen
- Runde für [w] die Lippen und schiebe sie etwas nach vorn. Gehe dann ohne Pause zum folgenden Vokal über. Die Zähne berühren die Lippen nicht. Bei [v] berühren die oberen Zähne leicht die Unterlippe, und die Luft strömt dazwischen hindurch. Beide Laute sind stimmhaft. Ersetze das englische [w] nicht durch den Laut des deutschen w, das normalerweise als [v] gesprochen wird.
- [r]Ohne Schlagen der Zungenspitze
- Hebe für das häufige englische [r] die Zungenspitze in Richtung des Bereichs hinter den oberen Zähnen, ohne ihn zu berühren. Die Luft strömt frei, und die Zungenspitze schlägt nicht gegen den Gaumen. Vergleiche den Anfang von red und run. Wörterbücher schreiben diesen Laut meist als [r]; die genauere Notation ist [ɹ]. Er wird weder mit dem Zäpfchen noch mit den Schlägen eines gerollten Zungenspitzen-r gebildet, wie sie bei deutschen r-Varianten vorkommen.
- [ŋ]Die Luft strömt durch die Nase
- Lege den hinteren Teil der Zunge an den weichen Gaumen und lasse die Stimmbänder schwingen: Die Luft entweicht durch die Nase. Die Zungenspitze bleibt unten. Sing wird [sɪŋ] ausgesprochen, ohne einen eigenen [ɡ]-Laut am Ende. Das gilt nicht für alle Wörter mit ng: In finger bleibt [ɡ] erhalten. Füge kein g und keinen Vokal am Wortende hinzu, um den Laut vertrauter zu machen: Hier ist der Konsonant selbst nasal.
- [æ]Ein offener Vokal
- Öffne für [æ] in cat den Mund deutlich, senke den Unterkiefer und halte die Zunge tief im vorderen Mundraum. Runde die Lippen nicht. Im Vergleich zu [e] in bed ist der Mund weiter geöffnet und die Zunge liegt tiefer. Höre auf diesen Unterschied, statt den Laut grundsätzlich durch ein deutsches a oder einen deutschen ä-Laut zu ersetzen.
- [ɜː] und [ə]Betonter und unbetonter Vokal
- Das britische [ɜː] in word ist betont: Die Zunge liegt ungefähr in der Mitte des Mundes, die Lippen sind nicht gerundet. In der amerikanischen Aussprache von word entspricht ihm [ɝː], ein Vokal mit [r]-Färbung. [ə], das Schwa, kommt meist in unbetonten Silben vor, etwa in der ersten Silbe von about. Es ist kurz und wird ohne starke Anspannung gebildet. Ein Schwa kennst du auch aus unbetonten deutschen Silben. Ersetze diese englischen Vokale aber nicht automatisch durch deutsche e- oder ö-Laute: Halte die Zunge zentral und die Lippen ungerundet.
Stimmlose und stimmhafte Konsonanten
In jedem Paar werden die Laute an derselben Stelle und auf ähnliche Weise gebildet. Der Hauptunterschied ist die Stimmhaftigkeit: Bei stimmhaften Lauten schwingen die Stimmbänder, bei stimmlosen nicht. Lege die Finger an deinen Kehlkopf und halte erst [s], dann [z], um den Unterschied zu spüren. Vergleiche in den folgenden Wörtern die angegebenen Konsonanten; auch die übrigen Laute können sich unterscheiden.
- [p] - [b]
- pig - big
- [t] - [d]
- ten - den
- [k] - [ɡ]
- coat - goat
- [f] - [v]
- fan - van
- [θ] - [ð]
- think - this
- [s] - [z]
- sip - zip
- [ʃ] - [ʒ]
- she - vision
- [tʃ] - [dʒ]
- cheap - jeep
Mit Minimalpaaren die Aussprache üben
Ein Minimalpaar besteht aus zwei Wörtern, die sich nur in einem Laut unterscheiden, zum Beispiel ship („Schiff“) und sheep („Schaf“). Der Vergleich hilft dir, ähnliche Laute besser zu hören und zu bilden. Bei [ɪ] und [iː] sowie bei [ʊ] und [uː] ändert sich nicht nur die Dauer, sondern auch die Zungenstellung. Ähnliche Unterschiede kennst du aus dem Deutschen. Höre trotzdem genau auf die englischen Vokale, statt nur einen kurzen Laut zu verlängern.
Wie übst du die englische Aussprache?
- Das Beispiel anhörenWähle einen Laut und höre dir ein Wort an, das ihn enthält. Vergleiche das Audio mit der Lautschrift und bestimme die betonte Silbe.
- Langsam nachsprechenSprich den Laut aus und achte auf die Stellung von Zunge und Lippen. Wiederhole dann das ganze Wort und gehe nach und nach zum normalen Tempo über.
- Wortpaare vergleichenSprich abwechselnd Wörter mit ähnlichen Lauten, etwa sit und seat. Versuche, den Unterschied zu hören und nachzubilden, statt nur schneller oder langsamer zu sprechen.
- Dich selbst aufnehmenNutze die Aufnahmefunktion deines Handys und vergleiche die Aufnahme mit dem Vorbild. Wenn du den Unterschied deutlicher hörst, ist das bereits ein Fortschritt. Wiederhole die Wörter später, um das Gelernte zu festigen.
Übungen zu Lauten und Lautschrift
Mit diesen Übungen überprüfst du Betonung, das Lesen der Lautschrift und Lautunterschiede. Sind dir einige Beispiele schon vertraut, konzentriere dich auf die anderen: Jeden neu gelernten Laut kannst du in vielen englischen Wörtern verwenden.
Worin unterscheiden sich die Vokale in ship [ʃɪp] und sheep [ʃiːp]?
[ɪ] ist meist kürzer, und die Zunge liegt tiefer als bei [iː]. [iː] ist meist länger und wird mit höher liegender Zunge gesprochen. Achte auf beide Merkmale, um die Wörter zu unterscheiden, statt nur [ɪ] zu verlängern.
Welches Zeichen steht für den ersten Laut in think?
[θ]. Die Zungenspitze ragt leicht zwischen die Zähne, die Luft strömt durch den schmalen Spalt, und die Stimmbänder schwingen nicht.
Welche Silbe wird in about [əˈbaʊt] betont?
Die zweite. Das Zeichen [ˈ] steht direkt vor der betonten Silbe.
Welcher Laut in name [neɪm] ist ein Diphthong?
[eɪ]. Der Laut gleitet von [e] in Richtung [ɪ], ohne Pause und ohne Aufteilung auf zwei Silben. Das ganze Wort name hat nur eine Silbe.
Wie unterscheidet sich die Aussprache von fan und van?
Fan beginnt mit dem stimmlosen [f], van mit dem stimmhaften [v]. Lippen und Zähne stehen gleich. Bei [v] kommt die Stimme hinzu: Die Stimmbänder schwingen.
Warum wird A in apple und name unterschiedlich ausgesprochen?
Die Aussprache hängt vom Wort und von der Buchstabenkombination ab. In apple steht A für [æ]. In name zeigt die Folge a + Konsonant + abschließendes e den Laut [eɪ] an; das letzte e wird nicht ausgesprochen. Dieses Muster ist häufig, hat aber Ausnahmen, etwa have [hæv].